PV-Anlage und Klimaanlage sind ein ideales Paar: Der Strom ist genau dann da, wenn gekühlt werden muss. So holen Sie das Maximum heraus – und so viel bringt es wirklich.
Der Eigenverbrauchseffekt
Eine 10-kWp-Anlage erzeugt an einem klaren Sommertag 50 bis 60 kWh, der Haushalt braucht davon tagsüber vielleicht 8. Der Rest wird für rund 8 Cent eingespeist. Eine Klimaanlage, die tagsüber 3 bis 6 kWh je Raum verbraucht, nutzt diesen Überschuss – jede so verbrauchte Kilowattstunde spart den Netzbezug zu 30 bis 35 Cent. Bei drei Räumen und 60 Kühltagen sind das rund 900 kWh oder 250 bis 300 € im Jahr, die sonst für 70 € eingespeist worden wären.
Vorkühlen statt Nachkühlen
Die wichtigste Regel: Die Anlage nicht abends einschalten, wenn die Sonne weg ist, sondern ab 11 Uhr laufen lassen und die Räume auf 23 °C vorkühlen. Massive Wände speichern die Kälte, abends genügt ein geringer Nachlauf – idealerweise aus dem Batteriespeicher. Mit der MELCloud-App lassen sich Zeitpläne exakt an die Sonnenstunden legen; einige Wechselrichter und Smart-Home-Systeme können die Anlage auch direkt bei PV-Überschuss einschalten.
Heizen mit PV-Strom in der Übergangszeit
Im März/April und September/Oktober liefert die PV noch 20 bis 30 kWh am Tag, während die Heizung nur morgens laufen müsste. Eine Klimaanlage mit SCOP 5 macht aus 4 kWh PV-Strom 20 kWh Wärme – das deckt den Bedarf eines Wohnzimmers an einem kühlen Frühlingstag komplett. Rechenbeispiel im Ratgeber Heizen mit der Klimaanlage.
Speicher und Wallbox: Wer bekommt den Strom?
Sinnvolle Reihenfolge: Grundlast des Haushalts, dann Klimaanlage (tagsüber), dann Speicher, dann Wallbox. Ein 10-kWh-Speicher reicht, um die Klimaanlage in tropischen Nächten vier bis sechs Stunden zu versorgen. Wer die PV-Anlage neu plant, sollte den Klimabedarf (2 bis 4 kWh pro Raum und Tag) gleich mit einrechnen – oft ist eine Stufe mehr Modulleistung sinnvoll. Ost-West-Dächer sind übrigens kein Nachteil: Sie liefern über den ganzen Tag, genau wie die Klimaanlage läuft.
Welche Geräte eignen sich?
Alle Inverter-Geräte mit WLAN-Steuerung. Je höher die Effizienz, desto mehr Kälte pro PV-Kilowattstunde: Eine MSZ-LN holt aus 1 kWh Solarstrom 10,5 kWh Kälte, eine MSZ-HR 6,1 kWh. Für den Heizbetrieb im Frühjahr ist die LN mit SCOP 5,2 die erste Wahl. Modellübersicht in der Kaufberatung, Verfügbarkeit bei Mitsubishi-Händlern wie RheinCool. Unabhängige Informationen zu Eigenverbrauch und Speichern bietet die Verbraucherzentrale.
