Unterm Dach wird es im Sommer 35 °C und mehr – und genau dort sind Schlaf- und Kinderzimmer. Das Dachgeschoss ist der häufigste Einsatzort für Klimaanlagen und gleichzeitig der anspruchsvollste bei der Planung.
Warum das Dachgeschoss mehr Leistung braucht
Dachflächen nehmen Sonnenstrahlung fast senkrecht auf, Dachfenster sind meist unbeschattet, und die Dämmung zwischen den Sparren ist oft dünner als in Außenwänden. Die Faustformel für Wohnräume (60–80 W/m²) reicht hier nicht; rechnen Sie mit 100 bis 120 W/m², bei Altbauten mit ungedämmtem Dach auch 150 W/m². Für ein 20-m²-Zimmer heißt das 2,5 statt 2,0 kW, für 30 m² 3,5 statt 2,5 kW. Rechner mit Dachgeschoss-Option: Welche kW für welchen Raum?
Die richtige Position unter der Schräge
Das Innengerät gehört an eine senkrechte Wand – Giebelwand oder Drempel-Abseite –, nie an die Schräge selbst. Von der Giebelwand aus kann der Luftstrom entlang der Schräge in den Raum geblasen werden; die Lamellen dann nach oben richten, damit die kalte Luft an der Decke entlang läuft und gleichmäßig absinkt. Bei Drempelwänden (Kniestock unter 1,2 m) fehlt die Montagehöhe; hier hilft ein Truhengerät, das am Boden steht, oder ein Kanalgerät in der Abseite.
Leitungsführung zum Außengerät
Das ist im Dachgeschoss oft das eigentliche Problem: Das Außengerät steht im Erdgeschoss oder auf dem Garagendach, die Leitung muss zwei Stockwerke überwinden. Mitsubishi-Wandgeräte erlauben bis 12 m Höhendifferenz (HR/AY) bzw. 15 m (LN) und 20–30 m Leitungslänge – das reicht für die meisten Einfamilienhäuser. Alternativ wird das Außengerät auf dem Flachdach eines Anbaus, an der Giebelwand mit Konsole oder auf einem Balkon montiert; im Dachgeschoss selbst (Spitzboden) ist es wegen der Abwärme nicht sinnvoll.
Kondensat
Im Dachgeschoss fehlt oft ein Abfluss in der Nähe. Eine Kondensatpumpe (60–150 €) fördert das Wasser bis 10 m weit oder 5 m hoch zum nächsten Abfluss oder nach außen. Ohne Pumpe muss der Ablauf mit Gefälle bis zur Regenrinne oder ins Freie geführt werden.
Vorher: Beschattung und Lüftung
Eine Außenrollo am Dachfenster reduziert die Wärmelast um bis zu 80 % – das ist die günstigste Klimaanlage. Nachtlüftung mit Durchzug ab 22 Uhr, Hitzeschutzfolien, ein heller Dachbelag und nachträgliche Aufsparrendämmung senken den Kühlbedarf weiter. Wer erst dämmt und beschattet, kommt oft mit einer Leistungsstufe kleiner aus – Empfehlungen dazu bei der Verbraucherzentrale und in den Klimadaten des DWD.
Empfehlung
Für ein 20-m²-Dachzimmer die MSZ-AY25 oder – wenn im Winter auch geheizt werden soll, was im Dachgeschoss besonders sinnvoll ist – die MSZ-LN25. Für 30 m² die AY35 oder LN35. Bei mehreren Dachzimmern lohnt ein Multisplit-System mit Außengerät am Giebel; Sets dazu führt der Fachhandel, z. B. LN25 + LN35 an MXZ-2F53VF bei RheinCool.
